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Das Geheimnis hinter RFID und Barcodes: zu wissen, wann man was verwendet

Laut dem Smithsonian schrieb Erfinder Joe Woodland den ersten Barcode in Miami in den Sand – Jahrzehnte, bevor seine Vision durch den technologischen Fortschritt realisiert werden konnte. Im Jahr 1974 wurde das erste Produkt, ausgestattet mit dem Universal Product Code (UPC), an der Kasse eines Supermarktes in der kleinen Stadt Troy in Miami County, Ohio, gescannt. Der Barcode wurde allerdings nicht über Nacht zum Erfolg. Erst als Großhändler begannen, mit dem Barcode zu arbeiten, startete er seinen Siegeszug. Heute ist der Barcode überall – und der Handel beispielsweise ist ohne ihn kaum vorstellbar. „Der Barcode ist weit verbreitet und gut etabliert“, sagt Viv Bradshaw, Technology Consultant bei DENSO. Nichtsdestotrotz haben Barcodes auch Schwachstellen. Sie müssen sichtbar sein, um gelesen werden zu können, und in der Regel kann immer nur ein Barcode einzeln gelesen werden. „Barcodes können leicht beschädigt werden, was ein Nachteil in Bereichen wie zum Beispiel Handel und Logistik ist“, sagt Bradshaw. „Andere Schwächen sind der begrenzte Speicherplatz von 1D-Barcodes und die Tatsache, dass sie einfach zu reproduzieren oder zu kopieren sind, was nicht sicher ist“, fährt er fort. Er möchte allerdings auch weitere Vorteile hervorheben. „Barcodes sind günstig und leicht zu produzieren. Zudem können die Lesegeräte für Barcodes ebenfalls günstig sein.“ Barcodes sind schon so lange in Benutzung, dass Anwender verstehen, wie sie funktionieren. Barcodes können sogar für Menschen lesbare Informationen enthalten, was sich als nützlich erweist, falls der Barcode nicht automatisch eingelesen werden kann. Zudem wurde der Barcode weiterentwickelt – und DENSO hat den QR Code erfunden.

Der Schlüssel zu mehr Sicherheit und Effizienz
„Der QR Code ist ein 2D-Barcode und schafft in manchen Fällen einen fließenden Übergang zu RFID“, erklärt Bradshaw. „Unser SQRC®, der Secure QR Code, kann Teile der Daten verschlüsseln und somit den Barcode sicher machen. Diese Version des QR Codes wird häufig für Tickets, im Gesundheitssektor und bei der Produktauthentifizierung verwendet“, fährt er fort. Während gängige Handheld Terminals und Handscanner die öffentlichen Daten des SQRC® lesen können, können nur Datenerfassungsgeräte von DENSO die vertraulichen verschlüsselten Datenteile mit dem speziellen Datenschlüssel lesen. Das Cloud-basierte Q-Revo-System kann jedoch diese Entschlüsselung für andere mobile Datenerfassungsgeräte, einschließlich Mobiltelefone, erleichtern. Dies schützt auch vor dem Kopieren des Secure QR Codes.

Während der QR Code stellenweise einen fließenden Übergang zwischen Barcodes und RFID schafft, bietet  letztgenannte Technologie zahlreiche Vorteile. Wo Zeit und Kosten eine tragende Rolle spielen, kann RFID schnell viele Tags auf einmal lesen. Sogar wenn die Tags nicht sichtbar sind, können sie in der Regel gelesen werden. So können Zeit und Kosten gespart werden.

Es gibt jedoch auch Einschränkungen in der Lesbarkeit: Einige Software unterstützt RFID nicht. Zudem sind RFID-Tags im Vergleich zu Barcodes teuer. Auch Datenerfassungsgeräte wie Handheld Terminals und Handscanner können kostspielig sein. „Selbstverständlich hat jede Technologie ihre Schwachstellen. Wenn es um RFID geht, überwiegen allerdings die Vorteile. RFID ist in vielen Formaten verfügbar und kann für verschiedene Umgebungen robust gemacht werden, was ideal für Lager, Logistik und Handel ist“, sagt Bradshaw. Darüber hinaus bietet der kürzlich eingeführte Gen2-V2-Standard für UHF-RFID-Tags zusätzliche Funktionen wie Leser- und Tag-Authentifizierung oder die Möglichkeit, die User Bank zu unterteilen. Dies wiederum ermöglicht es, die Lösung gegen Produktfälschung einzusetzen und beispielsweise eine EAS-Funktion (Elektronische Artikelsicherung) bereitzustellen.

Nutzen oder nicht nutzen – Unterschiede zwischen RFID und Barcodes
Wenn man RFID mit Barcodes vergleicht, stellt man schnell fest, dass die Technologien nicht direkt vergleichbar sind, da keine von beiden besser oder schlechter ist. „Sie sind einfach verschieden und haben beide ihre Vor- und Nachteile“, sagt Bradshaw. Daher muss man die Vorteile sowohl von RFID als auch von Barcodes differenziert betrachten. „Man muss wissen, wann man welche Technologie nutzen sollte“, fügt er hinzu. Weil sie bereits seit Jahrzehnten im Einsatz sind, sind Barcodes generell fast selbsterklärend. Hinzu kommt, dass es zahlreiche Lösungen gibt, die Barcodes unterstützen, wie zum Beispiel Software- und Integrationsunternehmen. Barcoding ist eine ausgereifte Technologie und das Risiko bei der Implementierung entsprechend gering. RFID wiederum wird oft als neu angesehen, obwohl die Technologie gar nicht neu ist. Außerdem wird oft angenommen, dass RFID kompliziert in der Nutzung sei. RFID bietet gleichwohl einige neue und spannende Möglichkeiten. Das Problem ist, dass es die aktuelle Denkweise und Prozesse herausfordern kann, um das Beste aus RFID herauszuholen. Es ist wichtig, sowohl die Vorteile als auch die Grenzen zu betrachten und diese mit den verfahrenstechnischen Prozessen, beispielsweise in Handel und Logistik, zu verbinden. So kann sichergestellt werden, dass RFID tatsächlich den gewünschten Nutzen bringt. „In der Logistik kann es zum Beispiel seitens des Logistikdienstleisters und des Systemintegrators einiges Querdenken erfordern, um voranzukommen, aber das ist es wert“, sagt Bradshaw.

Wo nutzen oder nicht nutzen – verschiedene Implementierungsbereiche

Heutzutage kommen Barcodes nahezu überall zum Einsatz, daher ist es schwierig, eine Branche oder Anwendung zu nennen, in der sie nicht genutzt werden. Dies liegt vor allem daran, dass Barcodes günstig und leicht verständlich sind. Sogar ein Smartphone kann beispielsweise einen QR Code lesen. Zudem werden 2D-Barcodes wie der QR Code und der SQRC® aufgrund ihrer Vorteile mehr und mehr akzeptiert. Zu den Vorteilen zählen vor allem die erhöhte Datenkapazität und die Möglichkeit, dass der Code oftmals auch dann noch gelesen werden kann, wenn er beschädigt wurde. Darüber hinaus ist omnidirektionales Lesen mit 2D-Codes wie dem QR Code möglich. Besonders aus dem Handel sind 1D- und 2D-Codes wie der QR Code nicht wegzudenken und ihre Anwendung ist zum gängigen Standard geworden.

RFID hat Einzug in Bereichen wie Logistik und Handel gehalten, in denen die Vorteile der Technologie dabei unterstützen, dass Unternehmen und Mitarbeiter ihre Ziele erreichen. RFID beschleunigt im Einzelhandel zum Beispiel Inventurvorgänge. Auch für das Anlagenmanagement bietet RFID Vorteile, wie etwa bei Paletten, Behältern, Containern oder Autos. In der Logistik kann RFID in verschiedenen Kontrollprozessen wie Fahrzeuglastprüfungen, Rückverfolgbarkeit und Authentifizierung implementiert werden. Besonders in großen Lagerhallen, in denen es schwierig wird, alles im Blick zu behalten, kann RFID sehr hilfreich sein. „Unsere Kunden aus dem Logistiksektor haben die Handheld Terminals und Handscanner von DENSO getestet und das Feedback ist außerordentlich gut. Unsere Kunden aus Logistik und Handel erwarten beste Qualität – und die bekommen sie mit unseren RFID-Geräten“, sagt Bradshaw.

Wie nutzen oder nicht nutzen – Herausforderungen für RFID und Barcodes

Einerseits bewegt sich RFID immer mehr weg von den Anfängen, sodass die Grenzen zum Teil bei der Software und Hardware, die die Technologie unterstützen, sowie den damit verbundenen Unternehmen liegen. Andererseits gibt es Unternehmen, die RFID genau verstanden haben. Im Gegensatz zu RFID sind Barcodes weit verbreitet und altbekannt. Doch genau dies könnte dem Barcode in seiner Entwicklung selbst im Wege stehen. An dieser Stelle kommen deshalb 2D-Barcodes wie der SQRC® ins Spiel: Durch ihre besonderen Eigenschaften bieten sie neue Nutzungsmöglichkeiten in verschiedenen Anwendungsbereichen. „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Industrie auch bei RFID aufholen wird, genau wie damals mit den Barcodes. Daher ist es gerade jetzt so wichtig, die richtige Hardware und den richtigen Partner für die Systemintegration zu finden. Die Vorreiter sehen jetzt die Vorteile. Einer davon ist auch, dass RFID-Produkte deutlich günstiger geworden sind“, erklärt Bradshaw.